|
Der Künstler Oliver Schulze las in der Galerie Gundolf Roy aus seinem Manifest „Substanzielle Tendenzen – für mehr Leben in der Kunst“. Darin befasst er sich allgemein mit der Kunstszene.
Zülpich - Es war keine Ausstellung für zarte Gemüter. Oliver Schulzes Zeichnungen zeigen schonungslos Elemente von Gewalt, Brutalität, Sex und Drogen. Seit Ende Mai waren die Werke des in Köln lebenden Künstlers in der Galerie Gundolf Roy in Zülpich unter dem Titel „Ein Ausflug ins Grüne“ zu sehen. Doch wie Galerist Roy sagte, ist jeder Ausflug einmal vorbei. Schulze hatte für das Ende der Ausstellung sein Manifest „Substanzielle Tendenzen - für mehr Leben in der Kunst“ vorbereitet, das er am Samstagabend verlas.
Die Besucher hatten zuvor noch einmal Gelegenheit, die Zeichnungen genauer zu betrachten. Was aus der Ferne wie bunte Comic-Strips anmutete, entfaltete bei näherem Hinsehen schockierendes Potenzial. Er wolle nicht provozieren, betonte Schulze. Auffällig ist seine Liebe zum Detail, wobei die technische Brillanz die abschreckende Wirkung der Bilder noch verstärkt. Schmerz, Wut und Verzweiflung treten dadurch noch deutlicher hervor. Doch eigentlich sind die Zeichnungen nur eine Visualisierung dessen, was täglich an Schreckensmeldungen in den Medien zu vernehmen ist.
In seinem Manifest befasste sich der Künstler eher allgemein mit der Kunstszene. Es gebe für ihn nur noch wenige Künstler, an die er glaube und die noch Ideale hätten. Daher habe er das Manifest verfasst. Die Verlockung sei groß gewesen, eine Hassrede zu halten: „Doch es gibt auch unglaublich gute Kunst.“ Man spürte, dass der Künstler sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt hatte und dass es ihm wichtig war, seine Gedanken mit anderen zu teilen.
„In der Kunst sehe ich eine Form, in der unglaublich viel möglich ist, was vielleicht in der Gesellschaft sonst keinen Platz finden würde“, sagte Schulze. „Alles ist in der Kunst gleich wichtig“, hieß ein Grundsatz in seinem Manifest. Ein weiterer lautete: „Kunst ist eine Qualität ohne Weltmeister“. Ein letzter Punkt schien im besonders wichtig zu sein: „Es gibt nie genug Kunst“, so der Wahlkölner am Ende seines Vortrags. Man darf gespannt sein, was in Zukunft noch von Oliver Schulze zu sehen ist.
Quelle: KStA.de |