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Nur noch 47 Kinder machen mit
Dienstag, 20. Juli 2010

Bei Gesamtkosten in Höhe von 35.000 Euro hatte die Stadt im vergangenen Jahr 14.400 Euro zur Stadtranderholung beigesteuert. Diese freiwillige Ausgabe musste unter dem Nothaushaltsrecht zurückgefahren werden.

Während die Kinder der Stadtranderholung unter der Anleitung von Anina Münch und Kai Schiefer vom TuS Chlodwig spielerisch erste Handgriffe in asiatischen Kampfsportarten lernen, kämpft die Ferienfreizeitmaßnahme der Stadt Zülpich ums Überleben. Im Vorjahr waren noch 163 Kinder mit von der Partie gewesen, jetzt sind es nur 47.

Beim Taekwondo sollen die Kinder, wie Teamleiterin Laura Kaidis erläuterte, „lernen, sich nicht herumschubsen zu lassen und auch mal Nein zu sagen“. Wie man an den Anmeldezahlen sieht, können viele Eltern aus der Römerstadt das bereits. Dass dabei die drastische Erhöhung der Elternbeiträge eine Rolle spielt, die im März im Sozialausschuss beschlossen wurde, liegt auf der Hand. Bei Gesamtkosten in Höhe von 35.000 Euro hatte die Stadt im vergangenen Jahr 14.400 Euro zur Stadtranderholung beigesteuert. Diese freiwillige Ausgabe musste unter dem Nothaushaltsrecht zurückgefahren werden.

Geringverdiener mit einem Jahreseinkommen bis zu 13.000 Euro kamen dabei mit einer Erhöhung von 64 auf 90 Euro günstiger weg als Eltern mit höheren Einkünften. Die deutlichste Beitragssteigerung betraf Eltern mit jährlichen Einkünften über 50.000 Euro, die nunmehr 420 statt 181,50 Euro berappen müssen. Dies quittierten vor allem die Besserverdienenden mit einem massiven Ausstieg aus der Ferienfreizeitmaßnahme.

Der Beigeordnete Ulf Hürtgen hält das Preis-Leistungs-Verhältnis nach wie vor für angemessen.

Rundumbetreuung

„Drei Wochen lang werden die Kinder betreut, verpflegt und in den Außenorten abgeholt, auch die Eintrittspreise, etwa fürs Phantasialand, sind inklusive.“ Hier irrte Hürtgen allerdings. Der Freizeitpark in Brühl wurde aus Kostengründen durch preiswertere Angebote ersetzt. Wie es nun mit der Stadtranderholung, die von Caritas und Stadt organisiert wird, weitergehen soll, habe die Politik zu entscheiden, meinte der Beigeordnete.

Um diese Aufgabe sind die Stadtverordneten nicht zu beneiden. Bei der Berechnung der kostendeckenden Beiträge war die Verwaltung davon ausgegangen, dass im Anmeldeverhalten in etwa alles beim Alten bleibt. Jetzt sind die Besserverdienenden quasi ausgefallen, nach den Regeln der Mathematik müsste diese Einbuße in Zukunft bei den Eltern mit geringeren Einkommen wieder reingeholt werden. In diesem Jahr, so Hürtgen, werde die Stadt die Verluste auffangen müssen. Wegen der wenigen Kinder sei die Summe aber weit geringer als im Vorjahr.

Quelle: KStA.de

 
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