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In der Burg herrschte ein beachtlicher
Andrang, und das trotz der WM-Konkurrenz. Das Studentenorchester Münster
mit Dirigent Joachim Harder hatte wieder einen Sinn für das Besondere.
Das Studentenorchester Münster sorgte wieder einmal für ein volles Haus.
Trotz des letzten WM-Spiels der Deutschen gab es in der Remise der Burg
Langendorf nur noch wenige freie Plätze im Publikum.
Am Samstagabend
ging es beim Studentenorchester Münster eher traditionell zu, dennoch
bewies Dirigent Joachim Harder wieder einen Sinn für das Besondere. Gut
gelungen war die Auswahl der Werke, die die rund 75 Instrumente zu einem
herrlichen Klang vereinten. Es begann mit der Ouvertüre zu Franz
Schuberts Oper „Fierrabras“. Das Orchester spielte gekonnt mit den
wechselhaften Stimmungen, denn was zu Beginn wie ein Gute-Laune-Stück
anmutete, verfinsterte sich zunehmend. Viel Pathos machte sich breit,
aufgeregte Tremoli klangen auf subtile Art bedrohlich und eindringlich.
Ein
sehr persönliches Werk sind die „Vier letzten Lieder, AV 150“ von
Richard Strauss. Der Komponist schrieb sie kurz vor seinem Tod. Sie
bilden ein Resümee seines Lebens, in dem er auch seine Eindrücke des
Zweiten Weltkrieges verarbeitete. Evelina Dobraceva sang die Lieder,
deren Texte auf Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff zurückgehen.
Mit der Sopranistin hat Joachim Harder eine unglaubliche Persönlichkeit
entdeckt, die mit ihrer melancholischen Stimme und ihrer reifen
Ausstrahlung die Aussage des Werkes auf den Punkt brachte. Das Orchester
trug den Gesang Dobracevas auf farbenfrohen, blumigen Klängen. Gläserne
Harfentöne verliehen dem Stück Glanz und Helligkeit.
Die
„Klaviersonate Nr. 11 A-Dur KV 331“ diente als Vorlage für Max Regers
„Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132“. Reger setzte
das bekannte Werk in seiner Fassung für ein Sinfonieorchester in ein
völlig neues Licht. Mit zunehmend modernen Ausdrucksmitteln entfernte
sich das Stück immer weiter vom klassischen Stil. Eine großangelegte
Fuge setzte den Schlusspunkt.
Es war heiß in der Remise, das
Fußballspiel bereits in vollem Gang, aber die begeisterten Zuhörer
wollten Joachim Harder und sein Orchester nicht gehen lassen. Nach zwei
Zugaben schaltete Veranstalter Manfred Vetter die Saalbeleuchtung ein,
sonst hätte der Beifall wohl nie ein Ende gefunden.
Quelle: KStA.de
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