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Von Schubert über Strauss bis Reger
Sonntag, 11. Juli 2010

In der Burg herrschte ein beachtlicher Andrang, und das trotz der WM-Konkurrenz. Das Studentenorchester Münster mit Dirigent Joachim Harder hatte wieder einen Sinn für das Besondere.

Das Studentenorchester Münster sorgte wieder einmal für ein volles Haus. Trotz des letzten WM-Spiels der Deutschen gab es in der Remise der Burg Langendorf nur noch wenige freie Plätze im Publikum.

Am Samstagabend ging es beim Studentenorchester Münster eher traditionell zu, dennoch bewies Dirigent Joachim Harder wieder einen Sinn für das Besondere. Gut gelungen war die Auswahl der Werke, die die rund 75 Instrumente zu einem herrlichen Klang vereinten. Es begann mit der Ouvertüre zu Franz Schuberts Oper „Fierrabras“. Das Orchester spielte gekonnt mit den wechselhaften Stimmungen, denn was zu Beginn wie ein Gute-Laune-Stück anmutete, verfinsterte sich zunehmend. Viel Pathos machte sich breit, aufgeregte Tremoli klangen auf subtile Art bedrohlich und eindringlich.

Ein sehr persönliches Werk sind die „Vier letzten Lieder, AV 150“ von Richard Strauss. Der Komponist schrieb sie kurz vor seinem Tod. Sie bilden ein Resümee seines Lebens, in dem er auch seine Eindrücke des Zweiten Weltkrieges verarbeitete. Evelina Dobraceva sang die Lieder, deren Texte auf Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff zurückgehen. Mit der Sopranistin hat Joachim Harder eine unglaubliche Persönlichkeit entdeckt, die mit ihrer melancholischen Stimme und ihrer reifen Ausstrahlung die Aussage des Werkes auf den Punkt brachte. Das Orchester trug den Gesang Dobracevas auf farbenfrohen, blumigen Klängen. Gläserne Harfentöne verliehen dem Stück Glanz und Helligkeit.

Die „Klaviersonate Nr. 11 A-Dur KV 331“ diente als Vorlage für Max Regers „Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132“. Reger setzte das bekannte Werk in seiner Fassung für ein Sinfonieorchester in ein völlig neues Licht. Mit zunehmend modernen Ausdrucksmitteln entfernte sich das Stück immer weiter vom klassischen Stil. Eine großangelegte Fuge setzte den Schlusspunkt.

Es war heiß in der Remise, das Fußballspiel bereits in vollem Gang, aber die begeisterten Zuhörer wollten Joachim Harder und sein Orchester nicht gehen lassen. Nach zwei Zugaben schaltete Veranstalter Manfred Vetter die Saalbeleuchtung ein, sonst hätte der Beifall wohl nie ein Ende gefunden.

Quelle: KStA.de

 
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