|
Adler hing baumelnd im Wind |
|
Mittwoch, 7. Juli 2010 |
|
Seit Jahren hat sie es versucht, jetzt hat es
endlich geklappt: Rita Kill holte den Königsvogel in Bessenich nach 50
Schüssen aus der „Dicken Lisa“ von der Stange und ist neue
Schützenkönigin.
Es war ein spannender Wettkampf auf des Messers Schneide. Keiner der
vier Schützen, die am Montagabend auf den stolzen Adler anlegten, hatte
es bereits zu Königsehren gebracht. Jeder wollte erstmals die höchste
Würde der St.-Sebastianer Bessenichs erringen. Nach dem 50. Schuss aus
der Donnerbüchse namens „Dicke Lisa“ durfte schließlich Rita Kill
jubeln.
Seit Jahren schießt die Verkäuferin auf den Königsvogel, bis
Montag war ihr nie das nötige Quäntchen Glück beschieden gewesen. Dabei
hatte die neue Majestät immer kundige Ratgeber an ihrer Seite. Ihr
Ehemann Hermann-Josef ist Kommandant, ihr Vater Willi Schwier
Ehrenschießmeister. Diesmal hatte es geklappt. Der Erfolg hing
allerdings buchstäblich am seidenen Faden.
Eigenwilligerweise war
der Klotz unter den Krallen des Königsvogels zuerst zu Boden gegangen.
Der Adler selbst hing baumelnd im Wind. Schriftführer Thomas Virnich
warf ob dieser kuriosen Situation einen Blick ins Regelwerk und stellte
fest: „Sieger ist derjenige, nach dessen Schuss der Vogel von der Stange
fällt - egal ob durch den Wind oder durch Treffereinwirkung.“ Rita Kill
wurde allerdings trotz dieser Norm nicht zur „Zufallskönigin“. Sie
hatte genau gezielt und dem „Flattermann“ den entscheidenden Volltreffer
verpasst.
Bruderschaftskönigin wurde Manuela Lehmann mit dem 13.
Schuss. Sie hatte sich in einem nahezu familieninternen Wettkampf
durchgesetzt. Zu den drei Mitbewerbern zählten Mutter und Schwester der
neuen Majestät. Bis Montag amtierte Sabine Bär-Nagelschmidt als
Schützenkönigin. Sie und ihr Ehemann und Schießmeister Frank
Nagelschmidt dürfen sich aber weiterhin über eine wahrhaft majestätische
Familie freuen. Tochter Carola Nagelschmidt gewann mit dem sechsten
Schuss gegen zwei Konkurrenten den Kampf um den Titel einer
Schülerschützenprinzessin. Sohn Fabian Nagelschmidt wurde mit dem 26.
Schuss Jungschützenprinz. Ihm war dieses Kunststück gegen immerhin 18
Konkurrenten gelungen.
Quelle: KStA.de
|